Die Memoiren des Fredi P.

Das Buch sammelt kleine Erzählungen, Erlebnisse in schulischen Textsorten. Für das Schreiben von Geschichten im Unterricht gut einsetzbar.

 

Am liebsten einen Hund

Am liebsten hätte ich einen großen, kräftigen Hund. Oder eine verspielte Katze. Vielleicht einen Hamster? Oder wenigstens einen kleinen Vogel! So träumte ich manche Tage vor mich hin.

Alles Wünschen half aber leider nicht viel. Denn meine Eltern waren ganz anderer Meinung.

„Ein Hund kommt mir nicht ins Haus“, schimpfte mein Vater, als er von meinem Wunsch hörte. Und keine Wiederholung half. Meine Mutter nickte. Wohin sollten wir mit dem Tier, wenn wir fortfahren wollten? Und außerdem kostete so ein Liebling ganz schön viel Geld. Nein, nein, da war nichts zu machen. Traurig gab ich meine Überredungsversuche auf.

Eines Tages jedoch schien alles anders.

Opa hatte den entscheidenden Schritt gesetzt. Er lebt hauptsächlich in seinem Garten am Stadtrand, gar nicht so weit von uns entfernt. Sein Anruf klang geheimnisvoll. Was bewegt sich? Was ist deutlich zu hören? Was wird mir gefallen? Ich verstand kein Wort. schon hatte er aufgelegt.

„Nichts wie hin!“, schlug ich Mama vor, die tatsächlich Zeit hatte und in der Wohnung alles liegen und stehen ließ. Papa würden wir von unterwegs anrufen. Auch er sollte nach der Arbeit nachkommen.

Im Garten war alles wie immer. Die Schaukel, der kleine Apfelbaum, der seine Äste vielleicht noch tiefer beugte, weil dir Früchte gewachsen waren. Und Opa wollte mich auch noch auf die Folter spannen.

„So sag doch, was ist!“, bettelte ich.

Ich sollte mich umsehen, da wäre etwas, er habe etwas gehört und kaum gesehen, aber immerhin…

Wer konnte diese Geheimniskrämerei aushalten! Wer konnte da ruhig bleiben. ich rannte durch den Garten, vorbei an dem Tischchen, das er selber gebaut hatte, ein Picknick-Korb stand darauf, schön abgedeckt.

Hatte ich da etwas gehört? Konnte eine Jause winseln? Da war ein genauerer Blick angesagt. Ich hob das Tuch und – nichts war´s mit dem großen, kräftigen Hund (das hatte ich auch nicht erwartet), aber ein kleiner, ein winziger, ein Knäuel von einem Hund war es doch! Etwas, das japste, herumtappte und mich, kaum hatte ich den Kleinen in Händen, abschleckte, wo es nur ging.

„Opa, das ist –!“, rief ich ihm zu und stürmte ihm entgegen. Aber da stockte ich. Noch hatte ich Papas Worte im Ohr:…nicht ins Haus!

Dann sah ich ihn, versteckt hinter Opa und Mama, eine Kamera auf mich und mein verblüfftes, begeistertes und verzweifeltes Gesicht gerichtet.

„Nimm´s wörtlich!“, sagte Opa. „Ins Haus kommt er nicht, er bleibt hier bei mir heraußen und du kannst ihn besuchen, wenn du willst.“

„Und ob ich will“, jubelte ich, mit allem einverstanden. Man würde ja sehen. Bestimmt dauerte es nicht lange und der kleine schwarze Kerl hatte alle von seiner Unentbehrlichkeit überzeugt.

Ein Gedanke zu “Die Memoiren des Fredi P.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s